Zwischenstopp in Realp auf dem Weg an die U23-WM
Die Marbacherin Ramona Schöpfer ist die einzige Vertreterin der Zentralschweiz an den Junioren- und U23-Weltmeisterschaften in Lillehammer. Beim Swisscup-Sprint in Realp holte sie sich den letzten Schliff.
Realp ist als Austragungsort von Swisscup-Rennen im Langlauf ein Begriff. Zuletzt fanden im Jahr 2024 sogar die Schweizermeisterschaften im Urserental statt. Der Skiclub Büren-Oberdorf als Swisscup-Organisator erlebte jedoch seine Feuertaufe. "Die jahrelange Erfahrung bei der Durchführung des Bürer-Langlaufs hat unserem Verein geholfen, trotz herausfordernden Bedingungen auch diese Aufgabe zu meistern", blickt ein zufriedener OK-Präsident Beat Waser auf den vergangenen Samstag zurück. Das ein aussergewöhnlicher Sprint-Wettkampf auf sie wartet, hat die C-Kaderathletin Ramona Schöpfer bereits bei der Anreise in der Schöllenenschlucht festgestellt. "Der anhaltende Schneefall und die entsprechenden Strassenverhältnisse waren eine erste kleine Herausforderung", erzählt die Marbacherin. Auch die Loipe hat es entsprechend in sich. Wobei Ramon Schöpfer anerkennend festhält: "Das OK hat alles getan, um bestmögliche Bedingungen bieten zu können". Es hat sich bewährt, dass auf Wunsch von Swiss-Ski der Sprint der Frauen und der Männer getrennt durchgeführt wurden. Dies, um Wartezeiten zwischen den Sprint-Läufen zu reduzieren. "Das Aufteilen auf zwei Rennen ist für uns mit etwas Mehraufwand verbunden. Wir konnten dafür vor dem Frauen-Sprint die Strecke noch einmal maschinell präparieren", hält Wettkampfleiter René Zumbühl fest. Beim morgendlichen Rennen der Männer belegte Silvan Lauber vom Skiclub Horw als bester Zentralschweizer den 8. Schlussrang.
Schöpfers Befreiungsschlag an der SM
Auf dem fünften Schlussrang beendete Ramon Schöpfer den Sprint bei den Frauen. Dies nach dem sie den Viertelfinal für sich entscheiden konnte und im Halbfinal den Einzug ins Finale zu verteidigen vermochte. "Im Finallauf habe ich den Start etwas verschlafen. Beim vielen Neuschnee auf der Strecke war es dann fast nicht mehr möglich, sich nach vorne zu arbeiten." Dennoch hat Ramon Schöpfer die Heimreise mit einem guten Gefühl angetreten. Der letzte rennmässige Belastungstest vor der U23-Weltmeisterschaften vom 2. bis 8. März 2026 in Lillehammer hat funktioniert. Auf die Wettkämpfe in Norwegen freut sich Ramona Schöpfer besonders. Die Selektion dazu hat sich die Absolventin der Spitzensport-RS mit der Goldmedaille an den Schweizermeisterschaften über 10 Kilometer in der klassischen Technik erarbeitet. Der erste Rang in Les Diablerets darf als Befreiungsschlag bezeichnet werden. "Ich kam bei den ebenfalls zu den Selektionen zählenden Continentalcup-Rennen in Slowenien, Österreich und Deutschland einfach nicht auf Touren. Ich habe mich selber zu stark unter Druck gesetzt", blickt Ramona Schöpfer selbstkritisch zurück. Begonnen hatte die Saison eigentlich hervorragend. Konnte die 21-jährige doch das erste Swisscup-Distanzrennen in St. Moritz Ende November 2025 für sich entscheiden. Danach ging phasenweise fast nichts mehr und Geduld war gefragt. "Rund eine Stunde vor dem Schweizermeisterschaftsrennen kam das unbeschwerte Gefühl zurück und somit auch die Möglichkeit mein Leistungspotenzial abzurufen", erklärt Ramona Schöpfer und verrät, dass sie für das Mentale auch auf entsprechende Unterstützung zählen kann.
Weltcup-Debüt aufgeschoben
Der SM-Titel hatte für Ramona Schöpfer eine doppelte Bedeutung. Nebst dem Ticket für die U23-WM sicherte sie sich auch den Start beim Heim-Weltcup im Goms. Aus ihrem Weltcup-Debüt wurde jedoch nichts. Krankheitsbedingt musste sie am Morgen des Rennens forfait geben. "Ich wäre sehr gerne gestartet, doch war es ein Akt der Vernunft meinen Körper dieser anspruchsvollen Strecke nicht auszuliefern", ist Ramone Schöpfer überzeugt. Mittlerweile fühlt sie sich wieder vollständig fit. Und mit welchen Ambitionen reist sie nun nach Lillehammer? Ein klare Zielsetzung ist ihr nicht zu entlocken. Ramon Schöpfer meint nur: "Ich muss einfach wieder in diesen Flow kommen wie an den Schweizermeisterschaften".
Von Roland Bösch

Ramona Schöpfer

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